Kulturbeiratswahl Wiesbaden: Offen sein und spartenunabhängig arbeiten und denken

Die Stadtverordnetenversammlung hat sich entschieden, einen Kulturbeirat einzurichten. Zielsetzung ist die Stärkung des kulturellen Lebens in Wiesbaden und ein vielfältiges Miteinander der zahlreichen kulturellen Aktivitäten zu fördern. Der Kulturbeirat soll als unabhängiges Gremium den für Kulturangelegenheiten zuständigen Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung beraten und unterstützen und zu kulturpolitisch relevanten Vorhaben Stellung nehmen.

Dem Kulturbeirat werden 25 Personen aus Politik und den verschiedenen Genres der Kultur angehören. Von den 25 Sitzen des Kulturbeirates werden acht Sitze durch Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen besetzt. Je einen Sitz erhalten das Hessische Staatstheater Wiesbaden, die Volkshochschule Wiesbaden e. V., das Museum Wiesbaden - Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, die Industrie- und Handelskammer Wiesbaden sowie die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Direkt gewählt werden zwölf Kultur schaffende Bewerberinnen und Bewerber, die für acht Sparten kandidieren.

Auch Akteurinnen und Akteure aus den soziokulturellen Zentren Wiesbadens stellen sich zur Wahl. Im Interview mit der LAKS äußert sich Marian Drabosenik über die Motivation und Hintergründe seiner Bewerbung.

 

Welche Ideen, Perspektiven, Wünsche oder Forderungen verbindest du mit dem Kulturbeirat?

Ich wünsche mir Inklusion, mehr Kultur für Wiesbaden und vor allem, dass diese auch sichtbar gemacht werden! Vom Kulturbeirat als Medium erhoffe ich mir, die Politiker hochqualifiziert beraten zu können und Entscheidungen herbeizuführen, die auch tatsächlich von den Kulturschaffenden getragen werden können.

 

Für welchen Bereich kandidierst du? Warum für diesen Bereich?

Ich kandidiere für den Bereich Soziokultur und bin somit der einzige Kandidat von Seiten der soziokulturellen Zentren Wiesbadens in dieser Sparte. Gleichzeitig bin ich auch Mitglied in der Laks, über die Institution „thalhaus theater e.V.“, für die ich arbeite.


Was war ausschlaggebend für deine Bewerbung?

Die teilweise nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Politiker, die von sehr wenig Sachverstand und Praxisnähe zeugen.

Was möchtest du in den Kulturbeirat einbringen?

Offenheit, auch die anderen Sparten genau kennenzulernen und für diese zu kämpfen! Die Tatsache, dass ich in einer bestimmten Sparte antrete, soll nicht bedeuten, dass ich nur für diese Sparte arbeite. Ich denke, alle Kandidaten müssen offen sein und spartenunabhängig arbeiten und denken.

 

Du bist bereits im Arbeitskreis Stadtkultur aktiv. Was verbirgt sich dahinter und was waren bzw. sind eure Aktivitäten?

Das thalhaus ist von Beginn an im Arbeitskreis Stadtkultur aktiv mit dabei. Dieses Netzwerk von mittlerweile mehr als 30 frei-gemeinnützigen Kulturträgern, gegründet 2003 aus dem Anlass städtischer Haushaltskürzungen, ist für das thalhaus ein wichtiges Forum, um sich mit den Kolleg/innen anderer Wiesbadener Einrichtungen und Kulturvereinen aller Sparten regelmäßig auszutauschen. Das thalhaus begleitet die Kulturpolitik der Stadt kritisch und regt sie zu neuen Schritten an. Der Arbeitskreis Stadtkultur hat eine größere Mitsprache der Kulturschaffenden in den städtischen Gremien gefordert.

Was sind deine beruflichen und / oder biographischen Hintergründe?

Als examinierter Rettungsassistent war ich 12 Jahre beim Deutschen Roten Kreuz angestellt. Ich habe mit einer eigenen Bühnenshow 25 Jahre auf der Bühne gestanden, war als TV-Moderator bei verschiedenen Sendern tätig, bin immer noch festangestellter Mitarbeiter bei einer amerikanischen Fluglinie und dort seit 20 Jahren aktiv in der Mitarbeitervertretung tätig und im Moment für diese Tätigkeit abgestellt. Ich bin außerdem Vorstandsmitglied im thalhaus Theater e.V.  und künstlerischer Leiter des Hauses sowie ständiger Vertreter dieser Einrichtung in der LAKS Hessen.

Hast du ein Motto?

Wenn Sie weiterhin das tun, was Sie bisher getan haben, werden Sie weiterhin das bekommen, was Sie bisher bekommen haben.

 

Gibt es sonst noch etwas, das du an dieser Stelle loswerden möchtest?

Die Stadt Wiesbaden hat den Zugang zu den Sparten kaum beschränkt, die Kandidatenzahl ist überwältigend, aber gleichzeitig auch problematisch. Da die Wahlunterlagen nur nach Anforderung an den Bürger verschickt werden, wird die Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß niedrig sein. Bitte unterstützen Sie mich und fordern Sie die Wahlunterlagen an!

Wenn Sie aus der Liste der Kandidaten keinen Kandidaten auswählen können, bitte ich unbedingt auf unsere Internetseite  www.ak-stadtkultur.de  zu gehen – dort finden Sie die vom Arbeitskreis Stadtkultur empfohlenen und hochqualifizierten Kandidaten die allesamt in der Wiesbadener Kunst- und Kulturszene eine wichtige Rolle spielen!

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg.

 

Das Interview führte: Bernd Hesse © 2018 LAKS Hessen e.V, www.laks.de