Garnix für Lebensfreude und Energie

Jamaram stehen für energiegeladene Konzerte, aber auch für soziales Engagement. Mehr als 1.000 Konzerte durch kleine Clubs wie große Hallen bis hin zu 35.000 Zuschauern beim WM-Fest in München stehen in der 12jährigen Bandgeschichte zu Buche. Vom 30. Oktober bis zum 1. November ist die Band im Rahmen der LAKS-Kulturtour 2013 zu Gast in Hessen zu erleben. Im Interview mit der LAKS äußert sich Keyboarder Lionel Wharton zu der bevorstehenden Tour und warum Jamaram gar nix ist.

Lionel, wer und was ist Jamaram?

Jamaram ist ein Molotowcocktail aus 8 ausgeprägten Persönlichkeiten, die jedes Konzert nutzen, um Vollgas zu geben. Wir sind international besetzt und unterwegs und lieben das, was wir tun.

Was bedeutet der Bandname?

Jamaram bedeutet vor allem garnix! Das haben wir uns ausgedacht als wir für eines der ersten Konzerte einen Namen brauchten, damit sie uns anmoderieren konnten. Mittlerweile steht Jamaram aber für Lebensfreude und Energie.

Anfang des Jahres waren die "ACOUSTIC NIGHT ALLSTARS" aus Zimbabwe, die ihr 2012 in Harare kennen gelernt habt, als Gäste auf eurer Tour dabei. Was darf das Publikum für die jetzt anstehenden Auftritte erwarten?

Die Jungs und Mädels aus Zim haben uns definitiv nochmal einen kräftigen Anschub gegeben. Wir waren sehr traurig, als sie wieder zurück nach Hause mussten, aber sie kommen bald wieder , und zwar in 2014. Also ist alles gut. Bei den kommenden Auftritte gibt es einige neue Songs und einige alte Songs, die wir schon viel zu lange nicht gespielt haben und wo große Nachfrage seitens des Publikums besteht, zu hören. Leider können wir nicht all unsere Songs bei den Konzerten spielen und freuen uns deshalb, wenn im Anschluss an das Konzert die Leute an uns herantreten und sagen, welche Songs sie vermisst haben. Das merken wir uns vor und besprechen das bei der Vorbereitung der neuen Saison.

Ihr seid nicht nur musikalisch aktiv, sondern auch sozial engagiert, z.B. für das Projekt GO AHEAD!. Auf jedem Konzert wird gesammelt. Wofür und wieso?

Unsere Freundin und ehemalige Mercherin Carolin Bader, die Gründungsmitglied von GO AHEAD! ist, hat uns 2006 auf GO AHEAD! aufmerksam gemacht. Die Organisation betreut sorgfältig Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte in Afrika und arbeitet dabei mit lokalen Partnern vor Ort zusammen, um 100% Transparenz zu gewährleisten. Jeder Spendencent kommt an. Verwaltungskosten werden durch Mitgliedsbeiträge gedeckt. Alles, was wir tun müssen, ist bei jedem Konzert die Spendendosen durch's Publikum wandern zu lassen und schwupsdiwups hat man am Ende des Jahres Zigtausend Euro für den guten Zweck gesammelt. Seit dem Beginn unserer Zusammenarbeit mit GO AHEAD! Im Jahr 2006 konnten wir so über 60.000,- € Spenden sammeln. Mit dem Geld haben wir in der Vergangenheit bereits den Bau eines Waisenhauses in Kampala/Uganda unterstützt. Das jüngst abgeschlossene Projekt hat 64 Kindern in Gauteng/Südafrika den Besuch einer Vorschule ermöglicht. Dieses Projekt war besonders erfolgreich, da wir es zusammen mit HEARTBEAT, dem Partner vor Ort in Südafrika, geschafft haben, dass der südafrikanische Staat die Vorschule mittlerweile umfassend finanziert und unsere Hilfe daher dort nicht mehr nötig ist. Momentan widmen wir uns dem Aufbau eines sogenannten Learning Centers in der Region Jozini/Südafrika. Wir finanzieren hier derzeit die Gehälter von 16 Sozialarbeiterinnen, die mit dem Auto in abgelegene Regionen fahren, um Kinder zu unterrichten und auch psychologisch zu betreuen, die den weiten Weg zum Learning Center nicht täglich auf sich nehmen können.

2006 habt ihr - als damals noch recht junge Band - die bayrischen Klangfarben beim ersten Bundesfinale von creole - globale Musik aus Deutschland vertreten. Wie war´s?

Großartig! Die Konkurrenz war groß und wir waren von unserem bayerischen Sieg sehr überrascht. Es war ein guter Startschuss, um bundesweit zu touren.

Gibt es an dieser Stelle noch etwas, das ihr loswerden wollt?

Bands sollten sich nicht zu sehr an anderen messen. Man sollte einfach das tun, was man liebt, ohne Rücksicht auf Verluste. Man sollte sich für nichts zu schade sein, so viel Erfahrung sammeln wie möglich und so seinen Weg finden. Dranbleiben ist der Schlüssel. Aufgeben ist immer leicht, aber zu erkennen, dass die Band eine Familie oder Ehepartner ist und dass man eine Verantwortung hat, das braucht Kraft, Ausdauer und Geduld. Und auch viel Glück.

Lionel, vielen Dank für das Interview.

Bitteschön!

www.jamaram.de

Video

Tourtermine:

30.10.2013, Kulturzentrum Schlachthof, Kassel
31.10.2013, KFZ Marburg
01.11.2013, Schlachthof, Wiesbaden

Das Interview führte: Bernd Hesse © 2013 LAKS Hessen e.V, www.laks.de